Pastorin Etta Züchner - Vorsitzende des Diakonie-Kollegiums



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Das Diakonie-Kollegium

Vorsitzende: Pastorin Etta Züchner
Brandenburger Str. 3
26725 Emden 22658

Aufgaben

Das Diakonie-Kollegium ist die älteste diakonische Einrichtung in Emden, die bis heute besteht. Sie ist hervorgegangen aus der Armenfürsorge des Mittelalters, dort gab es das Amt des Armenvogts. Später wurde die Fürsorge für die Armen auf viele Schultern verteilt. Dass angesehene Bürger der Stadt sich nun um die Versorgung von Witwen, Waisen, Kranken und Armen kümmerten, geht auf die Initiative von Johannes a Lasco zurück. Dieser rief 1542 das Diakonie-Kollegium ins Leben. Ziel war es und ist es bis heute, den Menschen in konkreten Nöten zu helfen, Notlagen zu lindern und konkrete Hilfe anzubieten. Das ist es, was Diakonie ausmacht: Dienst am Menschen, gelebte Nächstenliebe.
Als die Glaubensflüchtlinge aus Flandern, Brabant und den Niederlanden nach Emden kamen, war die hiesige Diakonie überfordert. Emden wuchs rasant schnell an, in wenigen Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Für die vielen ausländischen Glaubens-flüchtlinge wurde eine eigene Diakonie gegründet: Die Diaconie der Vremdlingen Armen. Die Diakonie für die einheimischen Gemeindeglieder wurde als „hussittende Diaconie„ bezeichnet. Hus im Sinne von Haus, Heim, nicht zu verwechseln mit Jan Hus, dem Reformator aus Prag.
Seit Beginn des Diakonie-Kollegiums war die Stadt in sogenannte Klufften eingeteilt, für die jeweils zwei Diakone zuständig waren. Auch heute bemüht sich das Diakonie-Kollegium aus jedem Gemeindebezirk eine Diakonin oder einen Diakon in den Reihen zu haben. Derzeit arbeiten sechs Frauen und vier Männer im Diakonie-Kollegium mit.

Besonderheiten:

Tradition: Früher hinterließen die Mitglieder der Diakonie beim Ausscheiden aus dem Dienst ein Geschenk: ein Gemälde, einen geschnitzten Stuhl, eine Tuchkiste. Die Johannes a Lasco Bibliothek verfügt über eine Anzahl eindrucksvoller Beispiele dieser Geberfreundlichkeit, die für uns Heutige so aufschlussreich ist, weil jedes Objekt namentlich gekennzeichnet wurde.
Ein besonderes Zeugnis der Arbeit der Hussittenden Diakonie geben die Protokollbücher wieder, die aus der Zeit von 1578 bis 1982 vorliegen.

Was das Kollegium heute möchte

Zu den Aufgaben des Diakoniekollegiums gehört es, insbesondere Menschen in schwierigen Notlagen zu unterstützen. Z.B. Hilfen für alleinerziehende Mütter und Väter, Kranke, ältere Mitbürger und Menschen
mit Behinderungen zu gewähren.
Arbeitsschwerpunkte der letzten Jahre waren unter anderem: Konkrete Einzelfallhilfen, Hilfen für Seniorenfreizeiten, Schwerhörigenfreizeit, Kindergärten. Eine drängende Frage, die das Diakonie-Kollegium in fast jeder Sitzung beschäftigt ist, wie auf die drohende Verarmung in der Gesellschaft reagiert werden kann. Aber auch die globale Verantwortung wird gesehen durch humanitäre Hilfen für Weißrussland, Afrika-Nothilfe, und die Unterstützung von Brot für die Welt.
Die Geldmittel, über die das Diakoniekollegium verfügt, setzen sich zusammen aus Mittelkollekten, die in den Gottesdiensten gesammelt werden, Einzel-Spenden
und Zuwendungen aus der Franz-Sanders-Stiftung.
Weiterhin gehört zu den Aufgaben des Diakonie-Kollegiums, die Arbeit des Kirchenrates zu entlasten und jährlich einen Kollektenplan vorzulegen.
Dank Ihrer Kollekten und Spenden konnte das Diakonie-Kollegium im vergangenen Jahr für über 30.000.- Euro diakonische Aufgaben unterstützen und so Menschen wirklich helfen.

Gemälde von Sanders aus dem 17. Jahrhundert: Die Diakone der Hussittenden Armen